Wachteln füttern — was in welchem Alter, und was Sie sich sparen können
Welches Futter Wachteln in welchem Alter brauchen, warum die Futterform zählt, wie viel Wasser nötig ist und welche Zusätze überflüssig oder schädlich sind.
Wachteln werden mit einem fertigen Alleinfutter für Wachteln, Fasane oder Puten gefüttert — Geflügelfutter für Hühner hat für sie zu wenig Eiweiss. Küken bekommen ein Starterfutter mit einem hohen Rohproteingehalt, meist im Bereich von 24 bis 28 Prozent; ab etwa der dritten bis vierten Lebenswoche wird auf ein Aufzuchtfutter mit etwa 18 bis 22 Prozent umgestellt, und legende Tiere brauchen danach ein Legefutter mit ungefähr 20 bis 24 Prozent Rohprotein und deutlich mehr Kalzium. Sparen können Sie sich fast alles andere: selbst gemischtes Getreide ohne Eiweissträger, Küchenreste als Grundlage der Ration und den grössten Teil der angebotenen Zusatzmittel.
Die Zahlen sind Praxisspannen. Massgeblich ist die Deklaration auf dem Sack, den Sie tatsächlich kaufen, und nicht ein Richtwert aus dem Netz.
Futter nach Lebensabschnitt
| Abschnitt | Rohprotein (Spanne) | Form | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Küken, etwa Woche 1 bis 3 | rund 24 bis 28 % | Mehl oder feiner Krümel | Starter- oder Aufzuchtfutter für Wachteln, Fasane oder Puten |
| Aufzucht, etwa ab Woche 3 bis 4 | rund 18 bis 22 % | feiner Krümel | Übergang schrittweise, nicht von einem Tag auf den anderen |
| Legetiere, ab Legebeginn | rund 20 bis 24 % | Krümel oder Mehl | zusätzlicher Kalziumbedarf für die Schale |
| Masttiere | rund 22 bis 26 % | Krümel | höherer Eiweissanteil bis zum Ende |
| Ruhende oder nicht legende Tiere | am unteren Ende der Spanne | Krümel | Legefutter mit hohem Kalzium ist hier nicht nötig |
Zwei Punkte an dieser Tabelle sind wichtiger als die Prozentzahlen selbst.
Erstens: Der Wechsel auf Legefutter gehört an den Legebeginn und nicht an ein Kalenderdatum. Legefutter enthält für die Schalenbildung erheblich mehr Kalzium, und diese Menge ist für ein Tier, das noch gar nicht legt, keine Vorsorge, sondern eine Belastung.
Zweitens: Ein Futter ist ein Alleinfutter oder es ist keines. Wer ein deklariertes Alleinfutter zur Hälfte mit Weizen streckt, hat den Eiweiss- und Mineralstoffgehalt halbiert, ohne dass es auf dem Sack steht.
Warum die Futterform zählt
Ein Wachtelschnabel ist wenige Millimeter lang. Was ein Huhn bequem aufnimmt, ist für eine Wachtel ein Brocken — und für ein frisch geschlüpftes Küken unerreichbar. Deshalb ist die Form des Futters keine Nebensache:
- Küken brauchen Mehl oder sehr feinen Krümel. Handelsübliches Kükenfutter
ist oft noch zu grob; es lässt sich in einer Mühle, einem Mörser oder einem Mixer nachzerkleinern.
- Pellets sind für Wachteln in der Regel zu gross. Sie werden nicht
gefressen, sondern beiseitegeschoben, und was liegen bleibt, verdirbt.
- Sehr feines Mehl staubt. Angefeuchtetes Mehl löst das Problem, verdirbt
aber schnell und muss dann mehrmals täglich frisch gegeben werden.
- Wachteln scharren im Trog. Ein Trog mit nach innen gezogener Kante oder
mit Gitterstegen darüber kostet wenig und spart täglich Futter.
Wasser
Wasser ist der Teil der Ration, der am häufigsten unterschätzt wird. Wachteln nehmen über den Tag ein Mehrfaches der Futtermenge an Wasser auf — im Sommer deutlich mehr als im Winter —, und eine leere oder verschmutzte Tränke wirkt sich schneller aus als jeder Futterfehler.
- Immer verfügbar. Nicht rationiert, nicht nur morgens.
- Täglich frisch, das Gefäss regelmässig ausgewischt. In warmem Wasser mit
Futterresten bildet sich innerhalb eines Tages ein Biofilm.
- Für Küken flach oder mit Steinen gesichert. Ein Wachtelküken ist winzig
und ertrinkt in einer gewöhnlichen Schale. Üblich sind flache Untersetzer mit einer Lage Murmeln oder sauberer Kiesel darin oder kleine Stülptränken mit schmalem Rand. Nach den ersten Tagen lässt sich das Gefäss vergrössern.
- Frostfrei im Winter, schattig im Sommer.
Grit und Kalk sind zwei verschiedene Dinge
Beides wird oft in einen Topf geworfen, und beides hat einen anderen Zweck.
Grit ist unlösliches, hartes Material — feiner Kies oder Quarzsand in passender Körnung. Vögel haben keine Zähne; die Zerkleinerung findet im Muskelmagen statt, und dort arbeitet der Grit als Mahlwerk. Wer ausschliesslich fertiges Krümelfutter gibt, kommt zur Not ohne aus. Sobald ganze Körner, Grünzeug oder Insekten dazukommen, gehört Grit ins Angebot.
Kalk ist löslich — Muschelschalen, Austernschalengrit oder gut getrocknete und zerkleinerte Eierschalen. Er liefert das Kalzium für die Eischale. Bieten Sie ihn legenden Tieren in einem eigenen kleinen Gefäss zur freien Aufnahme an, statt ihn unter das Futter zu mischen: Die Tiere nehmen sich, was sie brauchen, und der Bedarf schwankt.
Wer Eierschalen verwendet, trocknet und zerkleinert sie so weit, dass sie nicht mehr als Eierschale erkennbar sind.
Grünzeug und Küchenreste
Frisches Grün und kleine Zugaben sind eine sinnvolle Abwechslung und eine Beschäftigung, aber sie sind Beiwerk. Als Faustregel gilt: Was zusätzlich gegeben wird, sollte einen kleinen Anteil der Tagesration nicht überschreiten, sonst verdünnt es genau das Eiweiss, wegen dessen Sie ein teures Alleinfutter gekauft haben.
Gut geeignet sind in kleinen Mengen und fein geschnitten:
- Salat, Kräuter, Löwenzahn, Vogelmiere, Brennnessel (angewelkt)
- geriebene Karotte, Gurke, gedämpfter Kürbis
- Haferflocken, gekochtes Ei, ungewürzter gekochter Reis
- Mehlwürmer und andere Insekten als gelegentliche Zugabe
Nicht in den Trog gehören:
- Gesalzenes, Gewürztes, Gebratenes, Süsses. Wachteln vertragen Salz
schlecht; verarbeitete Speisereste sind fast immer gesalzen.
- Schimmeliges Futter oder Brot jeder Art. Schimmelpilze in Getreide und
Brot sind einer der häufigsten und heimtückischsten Verlustgründe. Im Zweifel wegwerfen.
- **Avocado, rohe Bohnen, grüne Stellen und Keime von Kartoffeln,
Rhabarberblätter.**
- Zwiebeln und Knoblauch in nennenswerter Menge, Schokolade, Kaffee.
- Langes, faseriges Gras. Es kann sich im Kropf verfilzen. Grün immer kurz
schneiden.
Bei Krankheitsanzeichen — Tiere, die apathisch sitzen, aufgeplustert sind, das Futter stehen lassen oder Durchfall zeigen — ist die Futterfrage nicht die richtige Frage. Das gehört zum Tierarzt.
Wie viel geht weg
Ein ausgewachsenes Tier frisst grob im Bereich von 20 bis 30 Gramm Futter am Tag. Küken liegen in den ersten Tagen bei wenigen Gramm und arbeiten sich über die Wochen an den Wert erwachsener Tiere heran.
Diese Spanne ist ein Anhaltspunkt zum Einkaufen und nichts weiter. Der tatsächliche Verbrauch hängt an Linie und Gewicht der Tiere, an der Umgebungstemperatur — bei Kälte steigt er deutlich —, am Energiegehalt des Futters, an der Legeleistung und an der Bauart Ihrer Tröge. Wer seine eigene Zahl haben will, wiegt: Einwaage über einen festen Zeitraum notieren, am Ende das Restfutter aus Trog und angebrochenem Sack abziehen, durch die Tierzahl und die Tage teilen. Nach zwei, drei Perioden haben Sie einen Wert, der für Ihren Bestand gilt.
Was Sie sich sparen können
Ein gutes Alleinfutter, sauberes Wasser, Grit und für legende Tiere Kalk decken den Bedarf ab. Vitaminpräparate und Zusätze «zur Unterstützung» bringen bei bedarfsgerecht gefütterten, gesunden Tieren in der Regel nichts. Sparen Sie sich auch das Umstellen aus Nervosität: Wer alle drei Wochen die Sorte wechselt, erzeugt genau die Unruhe, die er bekämpfen will — und wird nie erfahren, welches Futter für seinen Bestand das bessere war.